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Wort-Gottes-Dienst

Telefongottesdienst vom 21. Juni 2020

Herzlich Willkommen beim Telefongottesdienst.
Wir feiern heute gemeinsam einen Wort-Gottes-Dienst.
Wir werden ca. eine Stunde zusammen feiern.

Ankomm-Meditation

Versucht euch bequem zu setzen oder zu hinzustellen.
Setzt oder stellt euch aufrecht hin.
Legt die Arme auf den Schoß oder lasst sie ausgestreckt hängen.
Entspannt eure Schultern und macht euch bewusst,
dass ihr so wie ihr seid der Gegenwart Gottes begegnet.

Achtet dabei auf euren Atem,
wie die Luft durch die Nase in den Körper geht;
die Lungenflügel weit aufmacht und den Bauch anhebt;
Beim Ausatmen zieht sich der Bauch zusammen,
Die Luft verlässt über den Hals und die Nase den Körper.

Atmet in Ruhe weiter.
Ein- und Ausatmen…
Ein- und Ausatmen bestimmt unseren biologischen Rhythmus.
Ein- und Ausatmen gehört zu unserem Leben dazu.
Ein- und Ausatmen lässt uns ruhiger werden.

Mit jedem neuen Einatmen strömt frische Luft in uns.
Einatmen versorgt uns mit Energie.
Mit jedem Ausatmen kann sich eine innere Anspannung lösen.
Ausatmen schafft Platz für Neues.

Gott,
deine Gegenwart umhüllt und durchdringt uns
wie die Luft, die wir atmen,
ohne die wir nicht Leben können.
Gib, dass wir dir ganz vertrauen können
und ohne Angst leben.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus,
unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und herrscht
in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 10, 26-33

Evangelium

Aus dem Matthäus-Evangelium
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln:

Fürchtet euch nicht vor den Menschen!
Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird,
und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.

Was ich euch im Dunkeln sage,
davon redet im Licht,
und was man euch ins Ohr flüstert,
das verkündet auf den Dächern!

Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt,
zu dem werde auch ich mich
vor meinem Vater im Himmel bekennen.

Wer mich aber vor den Menschen verleugnet,
den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Wort des lebendigen Gottes.

O-Töne

Wie ich mich im Gespräch verhalte, wie offen ich bin und wie wohl ich mich fühle, hängt für mich hauptsächlich von der Person, oder den Personen, mit denen ich spreche, ab. Wenn ich mit meiner besten Freundin spreche, ist es mir egal, ob wir auf dem Gleis am Bahnhof stehen, oder gemütlich mit einem Glas Wein am Moselufer sitzen, solange nur wir beide das Gespräch hören können. Derzeit drehen sich die Gespräche hauptsächlich um Hoffnungen für die Zukunft. Wie geht es für uns beruflich weiter, was ist, wenn unsere Wünsche nicht wahr werden, wenn unsere Bewerbungen abgelehnt werden? Doch egal über was wir sprechen, solange nur wir beide da sind und uns gegenseitig zuhören, empfinde ich das Gespräch als erleichternd und schätze die Nähe eines vertrauten Menschen. Selbst wenn ich am schönsten Ort der Welt stünde, würde ich Menschen, denen ich nicht vertraue, nicht das gleiche erzählen, wie meinen Freunden an einem ungemütlichen Ort. Denn für mich schafft allein das Vertrauen in einen Menschen eine Umgebung, in der ich bereit bin, mich zu öffnen.

„Vergesst nicht Freunde, wir reisen gemeinsam“
Dieser Vers von Rose Ausländer begleitet mich und  umschreibt meine Sehnsucht, meinen Traum, meine Hoffnung. Wir Menschen – jede und jeder unterwegs auf dem eigenen Weg, mal konfrontiert mit schroffen Hürden, dann wieder auf leicht dahinfließenden Wegstrecken. Manchmal beflügelt und leicht, dann wiederum schweren Herzens. Als Einzelne und dennoch in Gemeinschaft auf dem Weg, mitgetragen von den BegleiterInnen. Und wie schön! JEDER Mensch gehört auf seine Weise in diese Reisetruppe. Es ist egal, ob wir nah beieinander leben, örtlich entfernt sind, in unterschiedlichen Generationen, als gesellige muntere, als nüchterne oder gar als schwermütige Wanderer. Weiter gehen, mutig Schritt für Schritt und immer wieder neu Begegnung wagen und erfahren. Dabei ist jede und jeder wichtig, gehört dazu, bereichert das Miteinander, macht Leben aus.
Diese Hoffnung treibt mich an im Alltag und ich möchte sie weitergeben an meine WeggefährtInnen. Weggemeinschaft bedeutet für mich, dass ich mich einlasse auf die Menschen, die mir begegnen. Sei es bei der Arbeit in der Klinik, beim Wandern im Wald, an der Kasse im Supermarkt, beim CoffeeStop auf der Marienburg.  Begegnung auf Augenhöhe,  Offenheit, Bedürfnisse erspüren, Raum lassen. Wenn mir das glückt, dann wird Weggemeinschaft ganz konkret. Dann höre ich in der Klage die Frage, erkenne ich die Sehnsucht hinter dem Schweigen, erfahre ich Gemeinschaft in der Auseinandersetzung, bin ich bestärkt für meinen Weg. Das heißt auch, dass nicht immer die gleiche Sprache passend ist. Da sein, Zuhören, Ermutigen, Erzählen, Argumentieren, Schweigen Aushalten, Protestieren, Zeugnis geben, Fragen, Trösten,  Einladen….. Nicht immer finde ich den richtigen Ton, die passenden Worte. Aber manchmal gelingt es.
Und wie schön ist es, wenn ich dabei in meinen BegleiterInnen den Wiederhall eben dieses Traumes erlebe!

Fürbitten

Gott, - unser Vater; Jesus, - unser Bruder; Heiliger Geist, - du unsere Kraft!  
Du sendest uns aus. Wir dürfen von dem, was wir erfahren haben, erzählen  und unsere Hoffnung weitergeben. Du ermutigst uns, den rechten Ton, die passende Sprache zu finden, die unsere Mitmenschen erreicht. So bitten wir Dich voll Vertrauen!

Einsamkeit, Krankheit, Not um uns herum. -  Wir bitten um Hellhörigkeit, die Bedürfnisse anderer Menschen wahrzunehmen und um Behutsamkeit im Miteinander.

Gott, gib uns die richtigen Worte dazu. Wir bitten Dich erhöre uns.

Hassreden und Gebrüll, Schwarz-Weiß-Zeichnen und  platte Parolen. Wir bitten um das Gespür für die richtigen Worte, den richtigen Ton, um die Gabe, nicht aufdringlich oder rechthaberisch aufzutreten sondern einfühlsam und hoffnungsvoll.

Gott, gib uns die richtigen Worte dazu. Wir bitten Dich erhöre uns.

Synode in der Krise - Enttäuschung, Vertrauensverlust, Ratlosigkeit.  Wir bitten um den Mut, die Vagheit zu ertragen, Veränderung zu wagen und dennoch zu unserer Hoffnung zu stehen, ja -  entschieden aus dieser Hoffnung heraus zu handeln und zu leben.

Gott, gib uns die richtigen Worte dazu. Wir bitten Dich erhöre uns.

Kriege, Gewalt und Vertreibung aufgrund von Religionszugehörigkeit. Um Toleranz und Offenheit im Umgang mit anderen Religionen und Kulturen. Um den Mut, immer und überall für das Leben in all seiner Vielfalt einzutreten. Um Aufrichtigkeit und die Kraft, lebensverachtende Zustände zu benennen  und anzuklagen.

Gott, gib uns die richtigen Worte dazu. Wir bitten Dich erhöre uns.

So lass jeden und jede von uns, den eigenen Auftrag erkennen und im Vertrauen auf Dich die Hoffnung weitertragen. Darum bitten wir Dich heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Schlussgebet

Gott,
wir danken dir für unsere gemeinsame Feier.
Du sprichst uns im Alltag immer wieder an,
um von uns zu hören und von dir zu erzählen.
Lass uns etwas aus dieser Feier in unseren Alltag mitnehmen,
an die Orte an denen wir Leben und Arbeiten.
Darum bitten wir dich, durch Christus unseren Herren.
Amen.

Wochenaufgabe

In der Vorbereitung auf den heutigen Telefongottesdienst haben wir uns im Planungsteam Gedanken gemacht, wodurch wir in unserer Offenheit und Gesprächsbereitschaft beeinflusst werden. Für uns hatten vor allem der Ort, die Menschen, das Medium, über das wir sprechen und die Zeit, die wir uns für das Gespräch nehmen können, einen großen Einfluss darauf, wie wir sprechen und was wir bereit sind von uns preiszugeben. Würden wir z.B. unserem besten Freund, oder unserer besten Freundin die gleichen Hoffnungen anvertrauen, wenn wir in einem dunklen Keller sitzen, wie wenn wir zu zweit auf einer schönen Waldwiese in der Sonne sitzen?

Daher möchten wir euch diese Woche dazu auffordern, dass ihr euch mal ganz für euch allein überlegt, wo und mit wem, unter welchen Bedingungen ihr am liebsten über eure Hoffnungen, Sorgen und Wünsche sprecht.

Segen

Der Segen wird heute wieder von Philipp gesprochen. Philipp ist 8 Jahre alt. Jesus selbst hat Kinder gesegnet und über sie gesagt: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ Aus dem Mund eines Kindes wollen wir den Segen hören und empfangen.

Bevor Philipp den Segen spricht stellt euch die Personen vor, mit denen ihr den Segen teilen wollt.

Wer sind diese Menschen:
Aus euren Familien, euren Freundeskreisen?
von eurer Arbeit, der Nachbarschaft?
denen ihr bei euren täglichen Besorgungen begegnet?
Menschen aus anderen Ländern oder von anderen Kontinenten?
Nehmt euch einen Moment Zeit, sie euch vorzustellen.

Gottes Segen lässt sich nicht begrenzen oder aufbrauchen; er reicht für alle.

Lieber Philipp, bitte sprich den Segen.


Guter Gott,
du bist für uns da.
Du lebst mit uns
und kümmerst dich um uns.

Wir bitten dich um deinen Segen!
Segne alle Menschen und die ganze Welt:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Gehet hin in Frieden.