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Eucharistiefeier am Ostermontag

Telefongottesdienst vom 13. April 2020

Herzlich Willkommen beim Telefongottesdienst.
Wir feiern heute gemeinsam Hl. Messe.
Wir werden ca. eine Stunde zusammen feiern.

Hinführung

Zu Ostern gehört nicht nur die Osternacht, schon mit Palmsonntag werden wir auf das was kommt eingestimmt. Ein wichtiger Bestandteil dieser Tage ist aber die Osterkerze, die sonst von vielen Menschen in liebevoller Kleinstarbeit gestaltet wird und in der Osternacht für uns alle sichtbar gesegnet und entzündet wurde. Heute können wir von ihr ein Bild auf der Homepage sehen, genauso wie sie auch seit gestern in der Marienburg steht. Dieses Jahr in einer besonderen Art und Weise. Viele bekannte Gesichter sind auf der Osterkerze zu sehen als Zeichen und Hoffnungsträger, dass wir trotz Entfernung und einander nicht sehen, eine Gemeinschaft sind und uns nahe stehen. So sind wir auch verbunden mit Gott, denn Gott sieht uns und ist bei uns auch wenn es uns nicht immer bewusst ist. Beginnen wir diesen Gottesdienst im Vertrauen darauf, und mit der Vorfreude, dass es irgendwann wieder heißt „Dich sehen“ oder besser gesagt „Wir können und dürfen einander sehen“. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Tagesgebet

Guter Gott,
wir sehen dich nicht und doch bist du durch das Licht der Osterkerze bei uns Menschen.
Stärke uns in dieser Krise,
damit Solidarität untereinander sichtbar wird,
und wir erkennen, was wirklich zählt in diesem Leben,
damit wir umdenken und neue Wege gehen
und aus Liebe zum Nächsten neue oder auch alte Umgangsformen wiederentdecken.
Amen.

nach Lukas

Evangelium

Am ersten Tag der Woche waren zwei von den Jüngern Jesu auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.
Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.

Und es geschah: Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten,
kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. Doch ihre Augen waren gehalten,
sodass sie ihn nicht erkannten.

Er fragte sie: Was sind das für Dinge,über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?

Da blieben sie traurig stehen und der eine von ihnen – er hieß Kléopas – antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt,was in diesen Tagen dort geschehen ist?

Was denn?

Das mit Jesus aus Nazaret.

Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk.
Doch unsere Hohepriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.

Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde.Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.

Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt.
Sie waren in der Frühe beim Grab,fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe.

Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.

Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen?

Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.

So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wir Abend, der Tag hat sich schon geneigt!

Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.

Als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen.

Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken.

Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?

Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen.

Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten,
als er das Brot brach.

Predigt

Gebet am Ende der Predigt

Ich sitze vor dir, Gott,
aufrecht und entspannt.
In diesem Augenblick
Lasse ich alle meine Pläne,
Sorgen und Ängste los.
Ich lege sie in deine Hände.
Herr, ich warte auf dich.
Du kommst auf mich zu.
Du bist in mir, durchflutest
mich mit deinem Geist.
Du bist der Grund meines Seins.
Öffne mich für deine Gegenwart,
damit ich immer tiefer erfahre,
wer du bist
und was du von mir willst.

Fürbitten

Liebender und guter Gott,

immer wieder erfahren wir Angst und Hoffnungslosigkeit, in der Auferstehung Jesu dürfen wir deine Liebe und Nähe erkennen, deshalb rufen wir zu dir und bitten:

Für alle Menschen, die in dieser Zeit alleine sind, schenke ihnen die Erfahrung, dass Jesus immer bei ihnen ist.
Lebendiger Gott, wir bitten dich erhöre uns.

Für alle, die wie Jesus Menschen begleiten, ob in der Pflege der Kranken, der Senioren, der Hilfsbedürftigen, in der Seelsorge oder in der Betreuung von Kindern und Familien.
Lebendiger Gott, wir bitten dich erhöre uns.

Wir beten für alle Menschen, die Sehnsucht haben nach Gemeinschaft und auf ein Wiedersehen mit ihren Mitmenschen warten, hilf uns diesen Menschen in der aktuellen Zeit nahe zu sein.
Lebendiger Gott, wir bitten dich erhöre uns.

Für alle Menschen, die in der aktuellen Zeit neue Wege finden sich nahe zu sein und Wege finden einander zu unterstützen.
Lebendiger Gott, wir bitten dich erhöre uns.

Wir beten für alle Menschen, die um liebe Angehörige und Freunde trauern und die ihre Verstorbenen nicht in der von ihnen gewünschten Art beerdigen können.
Lebendiger Gott, wir bitten dich erhöre uns.

Von Burghard und Andrea stammt folgende Bitte: „Ich möchte gern beten für das Altenheim, in dem wir beide tätig sind: die Bewohner, die in Zimmerquarantäne  verharren, die Angehörigen, die keine Besuche machen dürfen, die Leitung und die vielen Mitarbeiter, die vollen Einsatz geben, um Menschenleben zu schützen und Lebensqualität zu erhalten. Für die Verstorbene und deren Angehörige, deren Trauer neue Formen braucht. Und ich möchte für die vielen danken, die unermüdlich Masken genäht haben, Einkäufe erledigen oder Ostergrüsse verfasst haben, für deren Verbundenheit und Solidarität. Vielen Dank für Euer Gebet und eure Verbundenheit!
Lebendiger Gott, wir bitten dich erhöre uns.

Guter Gott, öffne in dieser Zeit unsere Augen und Herzen und mache uns bereit zu glauben und zu lieben, darum bitten wir dich, Christus unseren Herrn. Amen.

Text zur Kommunion

Immer ist dieser dritte Tag,
da wir verzagt und ratlos
nach Emmaus gehen
und dich nicht sehen.
Und doch bist du bei uns,
Herr.

Immer ist dieser dritte Tag,
da wir dich hören
und nicht verstehen,
was rundum geschehen.
Du sprichst dennoch zu uns,
Herr.

Immer ist dieser dritte Tag,
da uns beim Brotbrechen
die Augen aufgehen
und wir dich erkennen
und brennenden Herzens gestehen:
du lebst unter uns,
Herr, Halleluja!

Schlussgebet

Guter Gott,
heute an diesem Ostermontag
wollen wir uns auf den Weg machen
wie die Jünger nach Emmaus.
Die Jünger waren verzweifelt,
alles schien hoffnungslos.
Auch wir sind besorgt,
haben Angst,
können keinen mehr treffen,
dieses Osterfest ist so ganz anders als sonst.
Aber vielleicht kann dein Wort uns stärken,
dein Mitgehen,
dein Da-Sein.
Amen.

Einladung

Herzliche Einladung an alle:

Geht, wenn möglich, hinaus. Macht euch so auf den Weg, wie die Jünger in der Emmaus-Erzählung unterwegs waren. Macht euch bewusst, dass Jesus euch auch jetzt gerade begleitet.

Nehmt euch die Zeit und hört genau auf das, was zu euch spricht. Hört nach Innen, hört auf das Leben im Rauschen der Bäume, im Vogelzwitschern, im Lachen der Kinder aus Nachbarsgarten, auf das was summt und brummt. Hört auf die Stimme Gottes, in seiner Schöpfung, die von Leben und Aufbruch erzählt.

Viel Freude und frohe Ostern allen.

Impressionen von Teilnehmern