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Eucharistiefeier auf der Burg & am Telefon

Open-Air-Telefongottesdienst vom 5. Juli 2020

Herzlich Willkommen beim Open-Air-Telefongottesdienst.
Wir feiern heute gemeinsam Eucharistie.
Wir werden ca. eine Stunde zusammen feiern, sowohl live auf der Burg als auch am Telefon.

Ankomm-Meditation

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen:
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
diesen Tag, diese Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch mal abzuheben:
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

nach Matthäus

Evangelium

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

Gedanken zum Evangelium

Jesus als angenehmer Ferienplaner
Einprägsame Bilder, gemalt für die Ferienzeit, die morgen beginnt, stellt Jesus uns vor Augen: Von einem Ruheplatz am Wasser ist die Rede. Ein Joch, eine Last, die so gar nicht mehr drücken will, stellt Jesus uns vor Augen. Zur Einfachheit der Unmündigen, also zur Unverkrampftheit der Kinder, lädt Jesus uns ein. Jesus wäre ein guter Reise- und Urlaubsbegleiter, ein angenehmer Ferienplaner.

Die Unmündigen
Die Vorbereitungsgruppe dieser Feier hat sich intensiv mit den dem Thema „Unmündige“ beschäftigt. Nach unserer Ansicht werden die Unmündigen als Empfänger der Offenbarung ausgewählt, weil sie Gottes Worte noch aufnehmen können. Sie können die Botschaft empfangen, weil sie ein offenes Herz haben und ihr Herz nicht durch echtes oder gar vermeintliches Wissen abgeschirmt haben. Durch eine Ausbildung werden Menschen in ihrem Bereich zu Profis und damit auf bestimmte Schienen gesetzt. Diese helfen den Arbeitsalltag zu bestehen und Leistung zu bringen. Gleichzeitig können sich die Profis schwer damit tun, wenn Neues oder Veränderndes geschieht. Den „Weisen und Klugen“ wie Jesus sie nennt, fehlt durch ihre Verkopftheit so etwas wie Leichtigkeit. Neben einem erworbenen Wissen, sind es auch familiäre Prägungen, Umwelteinflüsse oder gemachte Lebenserfahrungen, die uns innerlich auf Schienen setzen und unserem Verhalten Orientierung geben. All diese Erfahrungen füllen unsere Lebensregale, manchmal sind sie hilfreich, manchmal belastend. Aber sie können vom Eigentlichen, vom Leben, von Gottes Willen und Offenbarung ablenken.

Jesus setzt daneben den Begriff „Unmündige“ und lenkt unseren Blick auf Kinder, die oft noch völlig offen für neue Erfahrungen sind. Ihr Herz ist noch sehr weit und kennt so gut wie keine Einschränkungen. Gleichzeitig macht dies Kinder sehr verletzlich, weil ihnen Erfahrungen fehlen. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen zur Seite stehen und die sie anleiten, Erfahrungen zu sammeln, mit denen sie einmal selbstbewusst werden und gleichzeitig eine innere Offenheit für Gottes Wort bewahren. Jesus hat uns oft Kinder als Musterexemplare und Beispiel vor Augen gestellt. Und damit lädt er uns zu kindlichen Haltungen ein. Etwa zu der Haltung: Wir lernen nie aus! Das heißt: Du darfst Fragen stellen! Du darfst von und mit anderen lernen. Du brauchst nicht verkopft und verkrampft zu sein, du darfst verspielt, spontan und offen sein. Eine Haltung, die wir vielleicht gerade in den Ferien, im Urlaub neu einüben können.

Das leichte Joch
Jesus verdeutlicht diesen Gedanken durch das merkwürdige Bildwort „Nehmt mein Joch auf euch“ (Vers 29). Ein Joch suggeriert zunächst etwas Drückendes. Doch in der Bildwelt Jesu ist es nicht Erdrückendes. Das Joch ist ein Tragbalken, der die Lasten gleichmäßig verteilt, der hilft eine Last zu tragen und Teil eines Gespannes ist, das tragen hilft und Richtung gibt. Selbstverständlich gibt es „Joche“, die uns Menschen klein halten. Dies können Mächtige sein, der eigene, vielleicht allzu ehrgeizige Charakter, eigene, vielleicht überhöhte Ansprüche oder Karrieredenken. Auch unmenschliche Systeme in Staaten und Organisationen oder ungerechte Strukturen wie das Nord-Süd-Gefälle weltweit oder die Hackordnung in Schulklassen. Dies sind alles Joche, die das Potential in sich tragen, Menschen in ihrer Lebensentfaltung kleinzumachen.

Die Absicht Jesu ist von Grund auf eine ganz andere: Er meint es gut mit uns! Sein Joch – seine Prägung – will uns aufrichten und dabei helfen, dass alle Menschen aufgerichtet werden. Jesu Joch anzunehmen heißt, die Prägungen anzunehmen, die uns dabei helfen seine Botschaft anzunehmen und zu leben. Auch das wäre ein Ferien- und Urlaubsvorsatz zum Üben: Wo kann ich meine Schultern wieder locker machen, Lasten abwerfen, durchatmen, innerlich frei werden? Das wäre eine Urlaubsplanung, die lange in meinen Alltag hinein wirken könnte.

Erquickend: Der Ruheplatz
Ein drittes Bild stellt uns Jesus vor Augen, das uns neben der Offenheit des Kindes und dem Joch, das leichter werden kann, durch Ferien- und Urlaubstage begleiten will: Das Bild vom Ruhe-Platz. Ein tolles Doppelbild, denn es sprich von Ruhe und Zur-Ruhe-Kommen, vom Zu-mir-Finden und vom Platz, vom Raum für mich. Weniger verkopft-verschlossen und mehr kindlich-offen, weniger belastet und mehr entlastet, das ist die Stoßrichtung Jesu, die uns runterkommen lässt, zu unserem Ruhe-Platz.

Abschluss

In seinem Lied „So oder so“ fordert der Sänger Bosse zur Entscheidung auf. Bosse singt: „Das Leben ist bitter und süß wie Feigen. Du musst runterkommen und dich entscheiden zwischen Hinterher-Rennen und gelassen, ich mein‘ unverkrampft, die Dinge kommen lassen.“
Die Ferienzeit ist eine tolle Gelegenheit unsere Entscheidung zu überprüfen. Vielleicht helfen uns ja die Urlaubstipps Jesu und er wird uns in diesem Jahr zu unserem persönlichen Reise- und Urlaubsbegleiter?

Fürbitten

Jesus, Wegbegleiter im Alltag und am Sonntag, am Schultag und in den Ferien, am Werktag und im Urlaub, wir bitten Dich:

Für alle, die wie Kinder offen sind für neue Erfahrungen.
Für alle, deren Herz weit ist.
Für alle, die Gottes Wort unverstellt und frei aufnehmen können.
Für alle, die sich im Urlaub, in den Ferien neu von dieser kindlichen Art anstecken lassen.
Jesus, Begleiter auf unserem Weg: Wir bitten Dich, erhöre uns.

Für alle, die durch Wissen, Erfahrungen und Prägungen gereift sind.
Für alle, die sich von Jesus und seinem Wort prägen lassen.
Für alle, die Erfahrungen und Prägungen hinterfragen.
Für alle, die sich im Urlaub, in den Ferien
neu auf Jesus und seine Sicht einlassen.
Jesus, Begleiter auf unserem Weg: Wir bitten Dich, erhöre uns.

Für alle, die unter einem erdrückenden Joch leiden und stöhnen unter der Last von Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Flucht, Hunger.
Für alle, für die Corona und seine Auswirkungen zur untragbaren Last geworden ist.
Für alle, die durch Corona immer mehr aufgeladen bekommen in der Pflege, in der Mehrfachbelastungen gerade bei Alleinerziehenden.
Für alle, die im Urlaub, in den Ferien sensibel werden für die Lasten anderer und mittragen helfen.
Jesus, Begleiter auf unserem Weg: Wir bitten Dich, erhöre uns.

Für alle, die mühselig, beladen, gestresst sind.
Für alle, die auf der Suche sind nach einem „Ruheplatz am Wasser“.
Für alle, deren Glaube hilft, Berge und Lasten zu versetzen.
Für alle, die im Urlaub, in den Ferien Zeit für das Gebet finden und hoffentlich spüren dürfen, dass ihnen eine Last genommen ist.
Jesus, Begleiter auf unserem Weg: Wir bitten Dich, erhöre uns.

Für alle, die im Urlaub, in den Ferien Lasten umverteilen.
Für alle, die sich neu aufrichten und ausrichten.
Für alle, die andere ermutigen, ihren Weg zu finden und zu gehen.
Jesus, Begleiter auf unserem Weg: Wir bitten Dich, erhöre uns.

Jesus Christus, in einfachen Worten lädst Du uns ein, einfach zu leben. Schenke uns im Alltag die Sehnsucht danach und in unserer freien Zeit eine Ahnung davon, damit wir ganz und gar leben können, heute und in Ewigkeit. Amen.

nach Carola Moosbach

Urlaubsgebet

Das braucht seine Zeit
bis die Tage den anderen Rhythmus lernen
und langsam im Takt der Muße schwingen;
das braucht seine Zeit
bis die Alltagssorgen zur Ruhe finden
die Seele sich weitet und frei wird
vom Staub des Alltags.

Hilf mir in diese andere Zeit, Gott;
lehre mich die Freude
und den frischen Blick auf das Schöne;
den Wind will ich spüren und die Luft will ich schmecken;
Dein Lachen will ich hören, Deinen Klang
und in alledem
Deine Stille.

Wochenaufgabe

Lassen wir uns in unserer freien Zeit von Jesus an die Hand nehmen, als unser persönlicher Reise- und Urlaubsbegleiter, als Ferienplaner. Genießen wir wirklich den Augenblick wie Kinder es tun, staunen wir so wie sie über das, was wir sehen - und nicht sehen, und über das, was Gott uns darin offenbart und schenkt.

Segen

Den Segen wird heute wieder mein Sohn Philipp sprechen. Unsere Kinder sind wirklich ein Segen. Wir sind mit ihnen und durch sie gesegnet. Durch sie versehen wir etwas von der Unverkrampftheit und Offenheit, zu der wir eingeladen sind. Mir wird das noch klarer, wenn Philipp uns den Segen zuspricht. Bevor Philipp den Segen spricht, stellt euch die Menschen vor, denen Ihr Gottes Liebe wünscht: Wer sind diese Menschen: aus euren Familien, euren Freundeskreisen? Von eurer Arbeit, der Nachbarschaft? Aus den Nachrichten? Nehmt euch einen Moment Zeit, sie euch vorzustellen.

Lieber Philipp, bitte sprich den Segen in deiner offenen Art, die mit Gottes Segen rechnet und ihm Raum gibt in unserem Leben:

Guter Gott, du bist für uns da.
Du schenkst uns immer wieder neue Kraft,
vor allem jetzt in den Ferien.
Wir bitten dich um deinen Segen!
Segne alle Menschen und die ganze Welt!
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.